Es ist wieder einige Zeit seit unserem letzten Bericht vergangen.
In der Zwischenzeit ist einiges passiert. Wir haben:
Auf unserer Anlage kommen jetzt Lichtsignale zum Einsatz. Dabei gab es zunächst eine wichtige Anforderung: Die Signale sollten sich zu Wartungs- und Reinigungszwecken möglichst einfach abnehmen lassen.
Also haben wir überlegt, wie sich das am besten umsetzen lässt.
Dazu kam gleich die nächste Frage: Wie steuern wir die Signale elektrisch an? Dass die Steuerung über Rocrail erfolgen sollte, war klar – aber wie?
Bei unseren Überlegungen sind wir schließlich auf Magnetkontakte gestoßen. Also wurden einige bestellt und getestet.
Das nächste Problem ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Wir wollten mit unseren Signalen ziemlich viele verschiedene Signalbilder darstellen. Bei einer herkömmlichen Ansteuerung hätten wir dafür zwischen der Elektronik und dem Signal teilweise bis zu zehn Leitungen benötigt. Das war uns eindeutig zu viel – und auch der benötigte Magnetverbinder wäre entsprechend groß geworden.
Also musste eine andere Lösung her.
Schließlich sind wir auf die WS2811-Platinen gestoßen. In Verbindung mit Rocrail hatten wir mit WS2811 bereits einige Erfahrungen gesammelt, zum Beispiel bei der Beleuchtung unserer Häuser. Für die Ansteuerung von Signalen war das allerdings auch für uns Neuland.
Zunächst haben wir entsprechende Module für 5 V beschafft und mit den ersten Tests begonnen. Dabei stellten wir fest, dass die 5-V-WS2811-Module problemlos funktionieren, solange jeweils nur eine einzelne LED angesteuert werden soll.
Bei den Leuchtbalken unserer Signale sah das allerdings anders aus. Darin sind mehrere LEDs in Reihe geschaltet, und dafür reichten die 5 V nicht aus.
Mist – wieder auf ein Problem gestoßen.
Nach etwas Suche wurden wir im Internet fündig: Die WS2811-Module gibt es auch für 12 V. Also haben wir welche besorgt, getestet und für gut befunden. Damit funktionierte schließlich auch die Ansteuerung der LEDs und Leuchtbalken unserer Signale einwandfrei.
Die WS2811-Technik brachte noch einen weiteren großen Vorteil mit sich: Zwischen Anlage und Signal werden jetzt nur noch vier Leitungen benötigt: +12 V, GND, Data IN und Data OUT.
Damit hatten wir gleich zwei Probleme auf einmal gelöst: die Ansteuerung der LEDs und die große Anzahl der benötigten Leitungen pro Signal.
Jetzt kam allerdings die nächste Hürde: Die gesamte Technik musste irgendwie im Fuß des Signals untergebracht werden.
Also wurde FreeCAD angeworfen und mit der Konstruktion begonnen.
Etliche Konstruktionen, Änderungen und 3D-Drucke später hatten wir schließlich eine Lösung gefunden, die für unsere Anlage gut funktioniert.
Wir haben eine Art Watenscheider Signalschacht entworfen. Dieser besteht aus zwei Teilen. Ein Teil wird fest in die Anlage eingelassen. Der zweite Teil ist herausnehmbar und trägt das eigentliche Signal.
In diesem herausnehmbaren Einsatz befinden sich außerdem die WS2811-Platinen zur Ansteuerung der LEDs. Je nach Signal können dort bis zu vier Platinen untergebracht werden. Die Platinen werden eingeschoben und anschließend mit den beiden Schrauben befestigt, mit denen gleichzeitig auch das Signal montiert wird.
Durch die Magnetkontakte können wir das komplette Signal mitsamt Einsatz und Elektronik einfach aus dem Signalschacht herausnehmen. Es müssen dabei weder Stecker gelöst noch einzelne Leitungen abgeklemmt werden.
Dadurch lässt sich ein Signal bei Wartungs- oder Reinigungsarbeiten schnell entfernen und anschließend genauso einfach wieder einsetzen.
Damit haben wir eine, wie wir finden, sehr gute Lösung für unsere Anlage gefunden
Die Ansteuerung der Signale erfolgt über einen Raspberry Pi Pico W und WIO über Rocrail. Je nachdem, welche Fahrstraße gewählt wird, wird automatisch das dazu passende Signalbild angezeigt.
Die entsprechenden Signalbilder sind dafür direkt in den Fahrstraßen in Rocrail hinterlegt.
➜ Fortsetzung folgt
Dieser Artikel ist eine Fortsetzung zu: Vereinsanlage "Bahnhof Oberholz der 80er Jahre".